Karl-Heinz Böhm

Die Freimaurer der „Brudertreue“ haben Karlheinz Böhm und seiner Frau Almaz einen Check über Fr. 15’000.– zugunsten der Stiftung „Menschen für Menschen“ überreicht.

Karlheinz Böhm jammerte nicht, bettelte nicht (er hat noch nie gebettelt); er erzählte. Er erzählte von sich, von seiner Begegnung mit dem Hunger, von seiner Wette damals, in Frank Elstners „Wetten dass…“

Fast 74 Jahre alt ist der Mädchenschwarm der 50iger- und 60iger Jahre, der „Franz Josef“ aus den legendären „Sissi“-Filmen inzwischen. Seinen Beruf als Schauspieler übt er nicht mehr aus. Er hat seine Berufung gefunden als Mensch und als Mensch setzt sich Karlheinz Böhm für die Menschen in Äthiopien ein.

Angefangen hat „Menschen für Menschen“ von Karlheinz Böhm 1981 in der Sendung „Wetten, dass…“ von Frank Elstner. „Ich war zu jener Zeit längst bereits ein anderer, als ich zu Sissi-Zeiten gewesen war…“ Der Einfluss des Regisseurs Rainer Werner Fassbinder, mit dem Karlheinz Böhm während zweier Jahre intensiv zusammen gearbeitet hat, ist deutlich zu spüren. „Ich wettete also, dass nicht einmal jeder dritte Zuschauer am Bildschirm einen Franken, eine Mark oder sieben Schilling für die Ärmsten der Welt spenden werde. Als Verlierer, sagte ich, würde ich selber in die Sahelzone gehen, um das hautnah zu erleben. Natürlich habe ich die Wette haushoch gewonnen. Von den geschätzten 18 Millionen Zuschauern sind „nur“ gerade 1,5 Millionen Franken gespendet worden…“

Karlheinz Böhm reiste nach der Sendung „Wetten, dass…“ in die Sahelzone – und blieb, wie er selbst sagt, „in Äthiopien hängen“. Dort ist er dem Hunger, den er schon zuvor in Kenia gesehen hatte, wieder begegnet, dem Elend, der Not, den Entbehrungen. Was er gesehen hatte, war ihm Grund genug, die Stiftung „Menschen für Menschen“ ins Leben zu rufen und Hilfe zur Selbsthilfe in Äthiopien zu organisieren. „Im Grunde genommen sind die Afrikaner überhaupt nicht anders als wir. Es gibt dort genauso dumme und gescheite, schmutzige und saubere, faule und fleissige Menschen. Dass sich der Schwarze Kontinent viel weniger hat entwickeln können als die anderen Kontinente, liegt im Kolonialismus begründet, was hierzulande allerdings nur allzu leicht und gerne beiseite geschoben wird.“

„Menschen für Menschen“ ist auch heute noch, einundzwanzig Jahre nach der Gründung, „nur“ in einem einzigen Land, nämlich Äthiopien, tätig. „Wir tun das ganz bewusst, um unsere Kräfte konzentriert einsetzen zu können, und nicht etwa, weil ich Äthiopien irgendwie bevorzugt hätte. Unsere Organisation will, dass dieses Land als Beispiel genommen wird. Es gibt weitere 49 ärmste Länder, welche Hilfe genauso nötig hätten.“ In Europa stehen 17 Mitarbeiter im dienst von „Menschen für Menschen“; in Äthiopien vier Europäer und 621 Einheimische. Die Stiftung hat über 700 Wasserstellen und 30 Bewässerungsanlagen, 194 Getreidemühlen, 14 Veterinärstationen, 54 Schulen, 3 Berufs- und Bildungszentren errichtet. Durch die Aufforstung mit 39 Millionen Baumsetzlingen wurde der Erosion Einhalt geboten.